
BIM im Baubestand – Digitalisierung stahlbaulicher Strukturen (BIM-BauD)
Zahlreiche Straßen- und Eisenbahnbrücken in Deutschland sind überaltert und durch steigende Verkehrsbelastungen stark beansprucht. Insbesondere bei Stahlbrücken liegen die ursprünglichen Planungsunterlagen häufig nur analog, unvollständig oder in schlechter Qualität vor. Für Nachrechnungen, Instandsetzungen und Modernisierungen fehlt damit eine verlässliche digitale Datenbasis. Das Forschungsprojekt BIM-BauD – BIM im Baubestand: Digitalisierung stahlbaulicher Strukturen entwickelt innovative Methoden zur (teil-)automatisierten Erstellung digitaler 3D-BIM-Modelle bestehender Stahlbrücken. Ziel ist es, analoge 2D-Bestandspläne mit modernen Messdaten – etwa aus Laserscanning oder UAV-gestützter Photogrammetrie – zu kombinieren und daraus realitätsnahe, semantisch angereicherte digitale Zwillinge zu erzeugen, welche als Basis für Instandsetzungsmaßnahmen oder Nachrechnungen genutzt werden können.
Im Zentrum steht eine hybride Rekonstruktionsstrategie: Aus historischen Planunterlagen werden Geometrie- und Metadaten algorithmisch extrahiert und strukturiert. Parallel wird der Ist-Zustand der Brücke messtechnisch erfasst. Durch einen systematischen Soll-Ist-Abgleich werden Abweichungen identifiziert und in ein konsistentes, plausibilisiertes 3D-Modell überführt. Dieses Modell bildet nicht nur die Tragstruktur geometrisch ab, sondern integriert zusätzlich Bauwerksinformationen wie Materialien, Imperfektionen, dokumentierte Schäden und Monitoringdaten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ableitung numerischer Tragwerksmodelle aus den BIM-Daten. Dadurch können bestehende Stahlbrücken effizient nachgerechnet und Instandsetzungsmaßnahmen gezielt geplant werden. Das digitale Modell dient zugleich als zentrale Plattform für Bauwerksprüfung, Zustandsbewertung und Lebenszyklusmanagement.
Gefördert durch: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), Köln (IGF-Nr. 01IF24732N)
Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. FOSTA, Düsseldorf (FOSTA P1841)
In Zusammenarbeit mit dem Frauenhofer IGP Rostock und dem Lehrstuhl für Computergrafik der TU Dortmund
Laufzeit: 01.02.2026 bis 31.07.2028






